VW beteiligt sich an US-E-Autohersteller – Wer wirklich davon profitiert

Volkswagen hat sich entschieden, sich am US-amerikanischen Elektroautohersteller Rivian zu beteiligen. Dies ist ein bedeutender Schritt, da Volkswagen fünf Milliarden Dollar investieren wird, um schrittweise seine Anteile an Rivian zu erhöhen. Dieser strategische Schritt zielt darauf ab, die Softwareentwicklung der Wolfsburger zu beschleunigen und die Weiterentwicklung ihrer Elektrofahrzeuge zu fördern.

Gleichzeitig könnte dieser Deal Herausforderungen mit sich bringen. Nicht alle sind von dieser Entscheidung begeistert, da das Projekt auch seine Schwierigkeiten hat. Dennoch zeigt diese Investition deutlich, dass Volkswagen bereit ist, erhebliche Ressourcen in den Bereich der Elektromobilität zu investieren und damit seine Position auf dem globalen Automobilmarkt zu stärken.

Kundensicht: egal

Volkswagen-Kunden mussten zehn Jahre auf wettbewerbsfähige Elektrofahrzeuge warten. Als Tesla 2012 sein erstes Modell in Deutschland präsentierte, hatte VW keine Antwort darauf. Die Entwicklung der eigenen Software belastete sowohl die Geduld der Kunden als auch die Manager, zwei von ihnen verloren ihre Positionen aufgrund der Verzögerungen. Heute sind VW-Elektrofahrzeuge weltweit im Einsatz. Die Kooperation mit Rivian könnte Verbesserungen bringen, obwohl Rivian bei Preis und Leistung bisher nicht zur Weltspitze gehört.

Konzernsicht: Befreiungsschlag – aber nur für den einen

VW will mit diesem Schritt die Entwicklung seiner Software beschleunigen. Mit einem geplanten Investment von 73 Milliarden Euro in E-Mobilität, Hybridisierung und Digitalisierung seit 2020, fallen die umgerechnet 4,8 Milliarden Euro für Rivian relativ gering aus. Eine größere Herausforderung besteht darin, doppelte Arbeit zu vermeiden. Der stark arbeitnehmerfreundliche VW-Konzern hat bereits erheblich in seine eigenen Software-Teams investiert, die weiterhin benötigt werden. Die optimale Integration mit Rivian stellt daher eine komplexe Managementaufgabe dar.

Für Rivian bedeutet der Deal hingegen dringend benötigte finanzielle Unterstützung. Das Unternehmen, das bisher zwei eigenständige Modelle und einen Lieferwagen für Amazon produziert hat, erhält damit erheblichen Cash-Zufluss. Im letzten Quartal konnte Rivian 13.600 Elektroautos ausliefern und erzielte dabei 1,2 Milliarden Dollar Umsatz, musste jedoch einen Verlust von 1,45 Milliarden Dollar verzeichnen.

Mit VW als Partner ist dieser Verlust weniger problematisch. Konkurrenten wie Tesla werden diese Entwicklung aufmerksam beobachten. Eine direkte Bedrohung stellt die Partnerschaft zwar nicht dar, da beide Konzerne Zeit benötigen werden, um ihre Zusammenarbeit zu optimieren und Fahrt aufzunehmen.

Aktionärssicht – Toller Tag, aber auch nur für die einen

Volkswagen-Aktionäre erleben kaum aufregende Änderungen. Der Aktienkurs neigt weiterhin dazu, stetig abzufallen. Ein kleinerer Zukauf aus Konzernsicht ändert daran wenig. Der strukturelle Wandel und starke Wettbewerb haben die deutschen Hersteller schwer getroffen. Nur im Premiumsegment lassen sich noch Gewinne erzielen.

Dagegen hatten Rivian-Aktionäre einen aufregenden Tag. Das Unternehmen, das bisher nie aus den roten Zahlen herauskam, profitierte erheblich. Die Rivian-Aktie stieg um mehr als ein Drittel. Dieser Aufschwung erfüllte den Traum vieler Start-up-Investoren: Ein etabliertes Unternehmen griff zu.

Der kurzfristige Gewinn war für Rivian-Anleger enorm. Innerhalb von 24 Stunden konnten sie einen signifikanten Gewinn verzeichnen. Dieser Unterschied in der Aktienperformance zeigt deutlich, wie unterschiedlich Investoren von Neuigkeiten profitieren können.

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