Darum muss Tesla Schadensbegrenzung bei Flottenkunden betreiben

Tesla unternimmt aktuell Schritte, um das Vertrauen europäischer Leasinggesellschaften zurückzugewinnen. Angesichts von Wertminderungen ihrer Fahrzeugflotten durch häufige Preissenkungen reagiert das Unternehmen nun mit Preisnachlässen bei direkt verfügbaren Neuwagen. Zusätzlich bemüht sich Tesla um eine Verbesserung der Dienstleistungen in den Bereichen Service und Reparatur, um auf die Unzufriedenheit vieler Firmenkunden zu reagieren.

In Europa, wo fast die Hälfte aller Autoverkäufe auf Flottenkäufe entfällt, haben Leasingunternehmen unter abrupten Preisabfällen gelitten, die zu finanziellen Einbußen führten. Nun, nachdem einige der größten Unternehmenskunden über Jahre hinweg beschwerten, ihre Anliegen würden ignoriert, beginnt Tesla mit der Anbietung von Entschädigungen. Trotz dieser Bemühungen bleiben Experten der Branche wie Richard Knubben, Generaldirektor einer führenden Leasing- und Mietwagenorganisation, hinsichtlich der Wirksamkeit dieser Maßnahmen hinterfragend.

Flottenkunden wechseln zu alternativen Marken

Arval, das Leasingunternehmen der BNP Paribas Gruppe, zeigt Interesse daran, ihre Flotte auf elektrische Modelle von drei Automarken aus China umzustellen, nachdem finanzielle Einbußen aufgrund sinkender Tesla-Preise hingenommen werden mussten. Der stellvertretende Geschäftsführer von Arval, Bart Beckers, berichtete von der Kritik, die Tesla für erste Preissenkungen im vergangenen Jahr erfahren hat. Mit etwa 170.000 Elektrofahrzeugen in einer Gesamtflotte von 1,7 Millionen Fahrzeugen setzt Arval ein bedeutendes Zeichen im Mobilitätssektor.

  • Flottenverkaufszahlen: In Großbritannien und 15 EU-Ländern kamen 44% der Verkäufe von Tesla im letzten Jahr durch Leasing- und Mietwagenfirmen zustande.
  • Marktherausforderer: Chinesische Automarken bieten eine stabile Wertbeständigkeit ihrer Fahrzeuge an, was bei ihren Elektroautos für Flottenbetreiber attraktiv ist.
  • Marktentwicklungen: Obwohl sich der Markt insgesamt um 3,5% ausweitete, verzeichnete Tesla im ersten Quartal einen Rückgang der Flottenverkäufe um 2,3%.

Zudem haben andere Vermietungsunternehmen Schwierigkeiten mit Teslas Modellen angegeben. Sixt, ein Wettbewerber aus Deutschland, setzte den Einkauf von Tesla-Fahrzeugen wegen niedrigerer Restwerte aus. Dies führte zu einem Erlösverlust von 40 Millionen Euro im Jahr 2023. Tesla konzentriert sich daher darauf, ihre Angebote für Flottenkunden in Europa zu verbessern, ein Markt, in dem sie traditionell eine starke Position hatten. Im Bestreben, ihren Marktanteil bei Leasing- und Mietwagenfirmen zu erhöhen, hat Tesla spezifische Maßnahmen ergriffen.

Quelle: Reuters – Tesla führt Schadensbegrenzung durch, Rabatte für europäische Flottenkäufer

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