Studie zeigt: Elektrifizierung der Firmenwagenflotten nimmt in Deutschland deutlich zu

Der Firmenwagen ist in der deutschen Unternehmenslandschaft weiterhin von wesentlicher Bedeutung für die Gesamtvergütung der Mitarbeiter. Dies zeigt sich selbst in Zeiten, in denen Homeoffice-Konzepte an Popularität gewinnen und die Kosten für Fahrzeuge steigen. Unternehmen scheuen sich dennoch nicht, ihre Mobilitätsangebote zu überdenken und anzupassen. Die aktuellen Trends gehen dabei in Richtung einer breiteren Diversifizierung: Elektrofahrzeuge, Dienstfahrräder und Zuschüsse für den öffentlichen Personennahverkehr gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Eine aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung Lurse unterstreicht die Entwicklung hin zu einer vielfältigeren Mobilitätspalette in deutschen Firmen. Für die Studie wurden 40 Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen zu ihren Ansätzen und Lösungen in Bezug auf Mobilitätsleistungen befragt. Die Ergebnisse sind ein klares Zeichen dafür, dass Mobilität in Unternehmen mehr darstellt als nur den klassischen Firmenwagen.

Anpassungen in den Mobilitätsstrategien

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen, die Deutschland in den letzten Jahren erlebt hat, behalten Firmenwagen und andere Mobilitätsoptionen einen hohen Stellenwert in den Vergütungsstrategien der Unternehmen. Eine rezente Analyse offenbart, dass ein überwältigender Prozentsatz der befragten Unternehmen, nämlich 93 Prozent, diesem Segment weiterhin eine bedeutende oder gar sehr wichtige Position zuweist. Dies spiegelt einen Anstieg der Bedeutung im Vergleich zu vorherigen Untersuchungen wider.

Die Reaktionen der Unternehmen auf die steigenden Kosten, die durch die Inflation und die gestiegenen Leasinggebühren verursacht wurden, waren vielseitig. Hervorzuheben ist, dass 86 Prozent der Firmen ihre Mobilitätsrichtlinien in den letzen zwei Jahren einer Prüfung unterzogen haben. Eine Anpassung des Budgets wurde bei 68 Prozent der Firmen festgestellt, während nahezu die Hälfte auch die Palette ihrer Firmenwagenpositionen hinsichtlich Modellen und Fahrzeugklassen überarbeitet hat. Diese Maßnahmen zeigen einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den Zahlen von 2020.

Was die Neuerungen hinsichtlich der Antriebstechnologien betrifft, so haben 38 Prozent der Unternehmen ihre Politik bezüglich der Dienstfahrzeuge neu ausgerichtet. Obwohl dieser Prozentsatz dem von 2020 entspricht, liegt der Fokus der neu eingeführten Richtlinien bei 79 Prozent auf der Förderung der Elektromobilität. Dies zeigt eine leichte Abnahme im Vergleich zu drei Jahren zuvor, als der Prozentsatz bei 91 lag, was darauf hindeutet, dass Elektrofahrzeuge mittlerweile eine feste Größe in den Unternehmensrichtlinien darstellen.

Aufschwung der Elektromobilität

Die Wichtigkeit eines Dienstwagens bleibt unangefochten – jede befragte Person bestätigt dies. Trotz vorheriger Lieferengpässe spiegelt dies die allgemeinen Erwartungen wider.

An zweiter Stelle liegt mittlerweile die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten für Elektroautos, mit 85 Prozent Zustimmungen. Acht von zehn Betrieben installieren diese auf betriebseigenen Flächen, wohingegen 40 Prozent die Einrichtung auch bei den Wohnstätten ihrer Angestellten unterstützen. Laut Thomas Heumüller von Lurse zeugt dies von einer fortschreitenden Elektrifizierung der Firmenwagenflotten in Deutschland.

Folgende Punkte verdeutlichen den Trend zur Dekarbonisierung:

  • Firmenräder: 80 Prozent der Firmen stellen ihren Mitarbeitern Diensträder zur Verfügung (Anstieg um 18 Prozent zur letzten Studie).
  • ÖPNV-Zuschüsse: Die Förderung von öffentlichen Verkehrsmitteln stieg von 35 Prozent im Jahr 2020 auf 50 Prozent. Drei Viertel der Befragten bieten Jobtickets oder Deutschlandtickets an.

Die Wahl der Fortbewegungsmittels, auch bekannt als Mobilitätsbudget, gewinnt an Popularität. Während im Jahr 2020 nur 5 Prozent der Unternehmen dies anboten, liegt der Anteil aktuell bei 25 Prozent.

Andere Mobilitätsangebote wie Carsharing, Mitfahrgelegenheiten oder Tankgutscheine spielen allerdings weiterhin nur eine Nebenrolle. Nur ein einziges der befragten Unternehmen bietet E-Scooter an, die kürzlich in die Umfrage aufgenommen wurden.

Laut Heumüller haben deutsche Firmen ihre Mobilitätsangebote in den letzten Jahren vielfältiger und umfassender gestaltet. Dennoch werden das Auto, das Dienstfahrrad und das Jobticket auch zukünftig bedeutend sein. Mobilität bleibt ein entscheidender Faktor und durch attraktive Mobilitätsleistungen können Arbeitgeber weiterhin im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte bestehen.

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