Ferrari-Chef kündigt E-Ferrari für 2025 an: „Wir sind auf dem richtigen Weg“

Ferrari plant, im nächsten Jahr sein erstes vollelektrisches Auto vorzustellen. Der CEO, Benedetto Vigna, sprach mit Automotive News über die zukünftigen Pläne des Unternehmens und den zunehmenden Druck auf die europäische Automobilindustrie durch chinesische Hersteller.

Laut Vigna wird Ferrari sein erstes reines Elektrofahrzeug im vierten Quartal 2025 einführen. Bis dahin hat Ferrari vorwiegend Plug-in-Hybride zur teilweisen Elektrifizierung seiner Modelle verwendet. Vigna zeigte sich zuversichtlich, dass die Nachfrage nach den vollelektrischen Fahrzeugen genauso hoch sein wird wie nach den herkömmlichen Verbrennern. Welches Modell das erste vollelektrische Fahrzeug von Ferrari sein wird, bleibt noch abzuwarten.

Ferrari verspricht, dass das erste E-Auto „in jeder Hinsicht einzigartig“ sein wird. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Vigna und fügte hinzu, dass der Klang des Elektromotors neu interpretiert werde. Jüngere Kunden unter 50 Jahren und einige ältere hätten bereits Interesse an dem elektrischen Ferrari bekundet und warten gespannt auf sein Erscheinen.

Im vergangenen Jahr kündigte Ferrari an, dass bis 2026 etwa 60 Prozent seiner Verkäufe aus Hybrid- und Elektrofahrzeugen stammen sollen. In Maranello, Italien, baut Ferrari derzeit eine neue Fabrik, die sich auf die Herstellung dieser Fahrzeuge spezialisieren soll und Ende Juni eröffnet werden soll. Ebenso wurde im April ein neues Labor zur Forschung an Lithium-Batteriezellen in Betrieb genommen.

Vigna kommentierte auch die Konkurrenz durch chinesische Elektroautos und forderte Europa auf, weniger selbstzufrieden zu sein. Er sieht dies als „Aufruf zum Handeln“ für Europa und betrachtet den Wettbewerb als positiv.

Die EU erwägt momentan, Strafzölle auf chinesische Elektroautos zu erheben, da diese aufgrund staatlicher Subventionen zu günstigen Preisen angeboten würden, was europäische Hersteller benachteiligt. Die USA haben kürzlich bereits höhere Zölle auf chinesische Autos eingeführt. Einige europäische Hersteller und Politiker warnen jedoch vor solchen Maßnahmen, da sie Vergeltungsmaßnahmen Chinas, des weltweit größten Automarktes, befürchten.

Für Ferrari ist der chinesische Markt derzeit weniger bedeutend. Das Unternehmen erklärte, dass ihre Verkäufe in China zehn Prozent des Gesamtverkaufs nicht überschreiten würden, da die bestehenden Zölle die Rentabilität beeinträchtigen. „Der Markt in China ist noch nicht so reif“, sagte Vigna. „China ist für Ferrari nicht so wichtig wie für andere Luxusmarken.“

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