Elektrische G-Klasse mit künstlichem V8-Sound: Innovativ oder einfach nur peinlich?

Mercedes betritt mit der elektrischen Variante der G-Klasse neues Terrain. Die beliebte Geländelimousine geht in dieser überarbeiteten Version einen ökologischen Schritt nach vorn und verspricht dabei ein einzigartiges Fahrgefühl. Angepasst an die Anforderungen eines elektrischen Antriebsstrangs, bietet dieses Fahrzeug außergewöhnliche Vorzüge, insbesondere im Geländeeinsatz, wo sich seine Leistungsfähigkeit unter anspruchsvollen Bedingungen zeigt.

Bei einem ersten Test im südfranzösischen Hinterland offenbart die G-Klasse ihre Qualitäten: Trotz des Dauerregens, der die Wegstrecke in eine Schlamm- und Wasserschlacht verwandelt, meistert sie jede Herausforderung mit Bravour. Der Wechsel von einem brummenden V8 zu einem leisen Elektroantrieb wirft allerdings Fragen auf. Kann dieser kraftvolle elektrische Offroader wirklich mit den traditionellen, benzinbetriebenen Giganten mithalten?

Elektroantrieb der neuen G-Klasse: Innovative Akkutechnik

Beim Ausbau seiner Elektroflotte stellt Mercedes das neueste Mitglied vor: die vollelektrisch betriebene G-Klasse. Diese Serie, die seit über vier Jahrzehnten fast unverändert erscheint, hat technisch alles andere als auf der Stelle getreten. Während frühe Modelle mit minimaler Ausstattung auskamen, bieten neuere Varianten luxuriöse Interieurs und fortschrittliche Motorentechnik.

Trotz der unverkennbaren Ikonographie der G-Klasse sind die inneren Werte, darunter der Robustheitsfaktor des Chassis, erhalten geblieben. Der klassische, starke Rahmen, der auf vier Millimeter dicken Stahl setzt, bildet auch bei der elektrifizierten Version die Basis.

Die Besonderheit steckt im Energielieferanten: Hochvoltakkus, die aus der EQS, dem elektrischen Pendant zur S-Klasse, entlehnt sind, versorgen nun den Elektromotor. Um den räumlichen Gegebenheiten des G-Modells gerecht zu werden, wurden sie einer kreativen Anpassung unterzogen. Sie sind übereinandergeschichtet – abwechselnd mit Kühlschichten und Akkupaketen – um die erforderliche Speicherkapazität von 116 kWh zu erreichen, die auf 216 Zellen und zwölf Module verteilt ist.

Diese Neugestaltung gewährleistet eine optimale Raumnutzung und effiziente Kühlung, wichtige Aspekte, um die Leistungsfähigkeit und die Lebensdauer der Akkus zu maximieren. Erste Details zu diesem innovativen Konzept verdeutlichen Mercedes‘ Bekenntnis zur Elektrifizierung ohne Kompromisse bei ihren legendären Modellen.

Batterieschutz durch innovative Ummantelung

Mercedes versichert, dass durch die Verwendung einer robusten Ummantelung bestehend aus einem Verbundstoff mit Carbon-Anteilen, ihr Unterboden extrem widerstandsfähig gegenüber Stößen sei. Eine 26 Millimeter dicke Schutzschale umfasst den Batteriebereich, um im Falle eines Aufpralls mit einem festen Objekt, wie einem Felsen, eine hohe Sicherheit für die Batteriezellen zu gewährleisten. In der Praxis demonstrieren dies die Instruktoren gern im Offroad-Einsatz.

VorteilBeschreibung
Niedriger SchwerpunktVerbessert die Fahrsicherheit und ermöglicht eine stabile Fahrlage selbst bei einem Neigungswinkel von bis zu 35 Grad.
SteigfähigkeitErreicht bei geeignetem Untergrund einen Wert von 100 Prozent.
SchnellladefähigkeitInnerhalb von etwa 30 Minuten können die Akkus von 20 auf 80 Prozent aufgeladen werden.

Diese Konstruktionsweise trägt maßgeblich zur Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge bei.

Elektro-G mit enormer Leistungstiefe

Die elektrische Version der legendären G-Klasse beinhaltet ein fortschrittliches Antriebssystem. Jedes Rad wird von einem dedizierten Motor direkt angetrieben. Die Einheit verteilt sich auf vier Motoren, die paarweise in Gehäusen an der Front- und der Heckachse platziert sind und gemeinsam eine Kraft von 432 kW erzeugen – dies entspricht etwa 587 Pferdestärken. Weiterhin erzeugt das Fahrzeug ein maximales Drehmoment von 1.164 Nm, das unmittelbar zur Verfügung steht.

Leistungsmerkmale:

  • Motoren insgesamt: 4
  • Gesamtleistung: 432 kW (587 PS)
  • Drehmoment: 1.164 Nm

Dank dieses Antriebssystems meistert der Elektro-G problemlos verschiedene Geländearten. Am beeindruckendsten ist die sofortige Zugkraft, die es dem Fahrzeug ermöglicht, Hindernisse effektiv zu überwinden. Bei der rein elektronischen Regelung der einzelnen Räder passt sich das Fahrzeug optimal an verschiedene Untergründe an, ob bei felsigen Anstiegen oder auf schlammigem Terrain. Im städtischen Umfeld ist der kraftvolle Wagen gleichermaßen beeindruckend: er beschleunigt in nur 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, bevor bei 180 km/h die Geschwindigkeit elektronisch begrenzt wird.

Elektrische Antriebe revolutionieren Fahrtechniken

Mit den Fortschritten in der Elektromobilität kommen faszinierende Manövrierfähigkeiten ins Spiel. Elektrische Fahrzeuge bieten nunmehr die Fähigkeit, beengte Kehren zu meistern, indem sie beim Druck auf einen Knopf das Hinterrad auf der Innenseite der Kurve abbremsen. Dies reduziert den Wendekreis erheblich, sodass die Fahrzeuge engste Kurven ohne wiederholtes Manövrieren durchfahren können, was bei konventionellen Fahrzeugen nicht ohne weiteres möglich ist.

Eine weitere bemerkenswerte Funktion erlaubt es dem Elektrofahrzeug, sich auf lockerem Untergrund um die eigene Achse zu drehen. Diese Bewegung wird erreicht, indem die Räder in entgegengesetzte Richtungen gedreht werden, vergleichbar mit dem Antriebssystem eines Panzers. Diese dynamische Funktion bietet nicht nur ein unterhaltsames Fahrerlebnis und kann Erstaunen hervorrufen, sondern es bleibt abzuwarten, welche praktischen Anwendungen sich außerhalb von Unterhaltung und Manövrierbarkeit in schwierigem Gelände ergeben könnten.

G-Klasse zu schlicht? Der Mercedes-Pickup als Offroad-Innovation

Offroad-Enthusiasten dürfen sich freuen, denn Mercedes bringt mit seinem neuesten Modell, einem Pickup, eine frische Brise in die Geländewagenklasse. Der individuelle Radantrieb dieses Elektromodells ermöglicht eine einzigartige Funktion für das Fahren im Gelände. Fahrer können zwischen drei spezifisch einstellbaren Kriechgeschwindigkeiten auswählen, die eine feinfühlige Navigation zwischen 2 und 8 km/h auch in herausforderndem Terrain ermöglichen. Die Lenkung bleibt dabei die einzige Aufgabe des Fahrers, sowohl auf flacher Erde als auch bei Steigungen und Gefällen.

Das Fahrzeug bietet eine beeindruckende Bodenfreiheit von mindestens 250 mm, und die Funktion traditioneller Differenzialsperren wird durch ein ausgeklügeltes Torque Vectoring systematisch nachgeahmt. Darüber hinaus erweitert der Elektroantrieb Mercedes‘ Fähigkeiten in Bezug auf Wasserdurchquerungen erheblich. Mit einer maximalen Wassertritttiefe von 840 mm übertrifft der elektrische Pickup seinen Verbrennungsmotor-Pendant um 150 mm. Dies ist möglich, da Elektromotoren im Gegensatz zu herkömmlichen Motoren keine Luft ansaugen und daher kein Wasser in die Ansaugöffnungen eintreten kann. Zusätzlich sind die Elektrokomponenten effektiv gegen Feuchtigkeit abgeschirmt.

Virtueller Motorsound

Der G 580 EQ bringt ein beträchtliches Gewicht auf die Waage. In seinem leeren Zustand wiegt das Fahrzeug annähernd 3,1 Tonnen. Um das Gewicht unter der markanten 3,5-Tonnen-Schwelle zu halten, mussten die Entwickler bedeutsame Anstrengungen unternehmen. Dadurch wurde beispielsweise auf eine Anhängerkupplung verzichtet. Trotz des massiven Gewichts ermöglichen die Batterien eine beachtliche Reichweite von 473 Kilometern nach WLTP-Standard, wobei der Verbrauch bei 30,4 bis 27,7 kWh pro 100 Kilometer liegt. Die Rekuperation des Fahrzeugs ist effektiv und funktioniert insbesondere im Gelände hervorragend.

Das Interieur der elektrischen Version der G-Klasse präsentiert sich nahezu identisch mit dem der konventionellen Modelle. Die Innenausstattung ist luxuriös mit komfortablen Sitzen und vertrauter Steuerung. Eine hochwertige Soundanlage und eine Vielzahl an Assistenzsystemen, inklusive spezialisierter Navigation, gehören zur Ausstattung. Die Türen behalten ihre charakteristische Schwere – ein kräftiger Zug ist erforderlich, um sie zu schließen.

Dezente Unterschiede werden erst bei genauer Betrachtung ersichtlich: Ein Schiebedach fehlt aufgrund der Gewichtsoptimierung. Um dem Leisetreten der Elektromobilität etwas entgegenzusetzen, bietet Mercedes das „G-Roar“-System an. Dieses ierzeugt künstlich den charakteristischen Motorensound eines V8, einschließlich diverser „Event-Sounds“ für ein authentischeres Fahrerlebnis. Ein Display liefert dem Fahrer Offroad wichtige Informationen und ermöglicht durch eine Kameraunterstützung Einblicke in den Bereich unterhalb des Fahrzeuges.

Elektrische Variante überschreitet die Kosten des konventionellen Modells

Bei der finanziellen Betrachtung des elektrischen G 580 EQ und seines dieselbetriebenen Pendants zeigt sich, dass der elektrische Geländewagen den traditionellen G 500 im Preis übertrifft. Beginnend bei 142.622 Euro, übersteigt die elektrische Ausgabe den Diesel um über 10.000 Euro. Besonders ins Gewicht fällt dabei die „Edition One“ des G 580 EQ, welche zum Verkaufsstart für 192.524 Euro erhältlich ist. Ob dieser Preisunterschied für Käufer im Hinblick auf die Verwendung im Gelände gerechtfertigt ist, steht zur Debatte.

1 Gedanke zu „Elektrische G-Klasse mit künstlichem V8-Sound: Innovativ oder einfach nur peinlich?“

  1. Der e-Irrsinn hat selbst bei renommierten Herstellern um sich gegriffen. Verbrenner zu disqualifizieren fällt in die Kategorie Fleisch-, Milch- und Eierverbot, die sich nie durchsetzen lässt. Aber diese neuen, grüngewaschenen. Managertypen merken nicht, dass sie auf das falsche Pferd setzen.

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