E-Auto-Besitzer will kaputten Akku tauschen – Kosten machen sprachlos

Ein Besitzer eines BMW i3 von 2015 erkundigte sich bei seiner Vertragswerkstatt nach den Kosten für einen Akkuwechsel. Er erhielt eine Proformarechnung, die mit knapp 66.000 Euro weit über dem ursprünglichen Fahrzeugpreis von 46.000 Euro lag. Dabei waren die Arbeitskosten noch nicht einmal berücksichtigt.

Der hohe Preis für den Austausch von acht Akkuzellen à 7.440 Euro verwunderte den Fahrzeughalter dermaßen, dass er Hilfe in der Reddit-Community suchte. Er wollte wissen, ob die geschätzten Kosten im Verhältnis zum ursprünglichen Kaufpreis seines Elektroautos gerechtfertigt waren.

Reddit-User vermuten: BMW hat keine Lust auf Reparaturen

In den Diskussionen auf Reddit äußern Benutzer die Vermutung, dass BMW das Ziel verfolgt, i3-Besitzer von kostspieligen Batteriewechseln abzuschrecken.

Eoworm kommentiert, BMW könne nicht offen sagen, dass sie keine Batteriewechsel unterstützen, also würden sie die Preise absichtlich unerschwinglich machen. Ein anderer User scherzt weiter, der i3-Besitzer habe möglicherweise unwissentlich in den Verkaufsraum des Autohauses nach einem neuen i5 gefragt.

Dadurch entsteht der Eindruck, BMW wolle eher den Verkauf neuer Fahrzeuge ankurbeln, statt Reparaturen zu fördern.

Preise für neue Akkus variieren stark

Die Preise für neue Akkus des BMW i3 zeigen eine bemerkenswerte Bandbreite. Einige Besitzer berichteten von Reparaturkosten um die 10.200 Euro, einschließlich Teile und Arbeitskosten. Gleichzeitig wurden für denselben Austausch Preise bis zu 27.800 Euro genannt. Diese erheblichen Unterschiede deuten darauf hin, dass einige Händler möglicherweise die Gelegenheit nutzen, um überhöhte Preise zu verlangen.

PreisBeschreibung
10.200 EuroReparatur, einschließlich Teile und Arbeit
27.800 EuroKosten für eine neue Batterie

In den USA liegen die Preise für einzelne Batteriemodule zwischen umgerechnet 2.800 und 3.250 Euro, was auf wesentlich günstigere Reparaturmöglichkeiten hinweist, selbst wenn die Arbeitskosten einbezogen werden. Dies lässt die Vermutung aufkommen, dass hohe Preise Kunden von Reparaturen abhalten und sie eher zum Kauf eines neuen Fahrzeugs bewegen sollen.

Teure Reparaturen zum Befeuern des stagnierenden E-Auto-Marktes?

Autohändler könnten möglicherweise hohe Reparaturkosten nutzen, um Kunden zum Kauf neuer Elektrofahrzeuge zu bewegen. Ein Blick auf die Verkaufszahlen zeigt, dass die Verkäufe von Elektroautos in den USA seit letztem Sommer nicht mehr deutlich gestiegen sind. Gründe dafür könnten zögernde Verbraucher, strenge Vorschriften oder eine schwache Wirtschaft sein.

Durch hohe Reparaturkosten könnte nun ein neuer Anreiz geschaffen werden, um alte Fahrzeuge gegen neue Modelle einzutauschen. Besitzer alter Fahrzeuge sehen sich daher gezwungen, unangemessen hohe Reparaturkosten zu hinterfragen und nach Alternativen zu suchen.

EFAHRER.com suchte die Stellungnahme eines BMW-Händlers zu diesem Thema. Leider blieb die Anfrage bis zur Veröffentlichung unbeantwortet.

Autohändler scheinen somit einen Weg gefunden zu haben, den stagnierenden Markt durch erhöhte Reparaturkosten zu beleben. Es bleibt abzuwarten, wie Verbraucher auf diese mögliche Strategie reagieren werden.

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