Autohändler sind wütend: VW trifft entscheidende Änderung im Auto-Verkauf

Volkswagen plant offenbar eine signifikante Veränderung im Autoverkauf. Diese Entwicklung könnte die Art und Weise, wie Autos verkauft werden, grundlegend verändern und damit potenziell neue Maßstäbe in der Automobilindustrie setzen.

Die genauen Details dieser Änderung sind noch nicht vollständig bekannt, aber sie könnte sowohl für VW-Händler als auch für Kunden weitreichende Auswirkungen haben. Es wird erwartet, dass Volkswagen durch diese Änderung effizienter und kundenorientierter wird.

Welche Vorteile hätten Kunden beim Agentur-Modell?

Kunden könnten durch das Agentur-Modell eine transparentere Preisgestaltung erleben. Verbindliche Preise bedeuteten weniger Verhandlungen und einheitliche Kosten unabhängig vom Standort.

Direkter Kontakt mit dem Hersteller könnte den Service verbessern und schneller zu Lösungen bei Problemen führen. Einheitliche Verkaufsbedingungen hätten den Vorteil, dass Kunden überall gleich behandelt würden, was zur Vertrauensbildung beitragen könnte.

Da die Umstellung zuerst in Märkten mit hohem Elektro-Anteil erfolgt, könnten Kunden in diesen Regionen früher von den Vorteilen profitieren. Zu den betroffenen Ländern zählen Norwegen, die Niederlande, Frankreich und Deutschland als relevante Märkte.

VW-Werk „schrittweisen Übergang“

Volkswagen bereitet sich darauf vor, den Übergang zu einem skalierbaren Agenturmodell in enger Zusammenarbeit mit europäischen und nationalen Händlerverbänden zu vollziehen. Ein VW-Sprecher bestätigte diese Pläne und betonte, dass Händler als zentrale Schnittstellen agieren und gleichzeitig unternehmerische Freiheit behalten.

Das Ziel ist, während des Kaufprozesses einen nahtlosen Wechsel zwischen Online-Kanälen und örtlichen Handelspartnern zu ermöglichen, basierend auf Kundenpräferenzen. Das Agenturmodell gilt bereits für Volkswagen Pkw, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Cupra, Škoda und Audi.

Diese Maßnahmen sind Teil der laufenden Anpassungsstrategien, um den sich wandelnden Marktanforderungen gerecht zu werden und das Kundenerlebnis zu verbessern.

Große Elektro-Märkte stellen zuerst um

Für Autohersteller bietet das Agentur-Prinzip interessante Vorteile. Ein wichtiger Punkt ist die direkte Gewinnung von Kundendaten. Diese können gezielt genutzt werden, um die Kunden direkter anzusprechen. Als Modell wird hier oft Tesla genannt. Tesla hat Händler fast vollständig aus dem Verkaufsprozess entfernt und spart dadurch erhebliche Kosten.

Trotzdem bleibt die Kundenbindung in dieser Struktur relativ. Berichte über Teslas Kundenservice, der oft nur über eine App erfolgt, zeigen, dass das Agenturmodell nicht gleichzusetzen ist mit besserem Service. Neue Elektroautos bieten jedoch die Möglichkeit, viele Serviceleistungen „over-the-air“ durchzuführen.

Theoretisch profitieren Kunden von bis zu 10 Prozent Kostenersparnis, wenn Autobauer auf Zwischenhändler verzichten. Dieser Vorteil bleibt oft theoretisch. Ob zum Beispiel Volkswagen die eingesparten Kosten in Form niedrigerer Preise an die Kunden weitergeben würde, ist ungewiss.

Vorteile des Agentur-Prinzips

  • Direkte Kundendaten: Ermöglicht gezieltere Ansprache.
  • Kosteneinsparungen: Händler als Zwischenstationen entfallen.
  • Service „over-the-air“: Weniger Werkstattbesuche nötig.

Mögliche Kritikpunkte

  • Beschränkter Kundenservice: Berichte über schlechte Service-Erfahrungen.
  • Ungewisse Preisersparnisse: Weitergabe der Einsparungen an Kunden fraglich.

Autohandel droht mit mehr Öffnung für chinesische Autohersteller

Die großen VW- und Audi-Verbände zeigen erheblichen Widerstand gegen das Agenturmodell. Laut dem Chef des VW-Audi-Partnerverbands, Dirk Weddigen, besteht ein hohes Risiko, dass chinesische Marken und andere Hersteller von dieser Entwicklung profitieren. Folglich könnte sich das Volumenrisiko für den VW-Konzern stark erhöhen.

Chinesische Autohersteller wie BYD dringen bereits in den deutschen Markt ein. Ein Beispiel ist die kürzliche Eröffnung einer BYD-Niederlassung der Glinicke-Gruppe in Göttingen. Göttingen liegt in der Nähe von Baunatal bei Kassel, wo sich eines der größten Volkswagenwerke Deutschlands befindet und bald auch BYD-Fahrzeuge verkauft werden.

Dies verdeutlicht, dass chinesische Hersteller schnell Fuß fassen können. Sollte die Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und seinen Händlern weiter belastet werden, könnten chinesische Marken beim Aufbau eigener Vertriebs- und Service-Netze deutlich profitieren. Die zunehmende Konkurrenz chinesischer Elektroautohersteller setzt Volkswagen zusätzlich unter Druck.

Die Händlergruppe Glinicke plant zudem, die BYD-Elektroautos auch in Kassel anzubieten. Bei anhaltenden Spannungen zwischen Volkswagen und seinen Vertriebspartnern könnten chinesische Marken Marktanteile gewinnen und sich langfristig etablieren.

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