Aral-Chef überzeugt: „E-Mobilität ist die zentrale Klimaschutz-Lösung“

Die Elektromobilität spielt laut Aral-Chef Achim Bothe eine zentrale Rolle bei der Zukunft des Verkehrs. Er betont, dass sein Unternehmen fest an die Bedeutung der Elektromobilität für den Klimaschutz glaubt und hat seit 2021 über 2600 Ladepunkte für Elektroautos in Deutschland installiert.

Bothe zufolge ist die aktuelle Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland ausreichend und hat noch erhebliches Potenzial. Trotz bürokratischer Hürden investiert Aral weiterhin kräftig in den Ausbau seiner Ladeinfrastruktur, mit dem Ziel, bis 2030 insgesamt 20.000 Ladepunkte zu schaffen.

„Klimaschutz beim Tanken hat einen Preis“

Um den CO2-Ausstoß im Mobilitätssektor zu reduzieren, führt Aral CO2-reduzierte Kraftstoffe ein. Obwohl diese umweltfreundlicher sind, sind sie mit einigen Herausforderungen verbunden. Der Treibstoff Futura, den Aral derzeit an acht von 2400 Tankstellen anbietet, emittiert 25 Prozent weniger CO2 als traditionelle fossile Kraftstoffe. Dies führt jedoch zu höheren Herstellungskosten und Transportkosten. Dadurch ist der Preis für Aral-Futura um mindestens 10 Cent je Liter höher.

Arals Vorstandsvorsitzender, Bothe, betont: „Klimaschutz beim Tanken hat einen Preis“. Viele Kunden sind bereit, einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten, aber höhere Kosten führen oft zu geteilten Meinungen.

Problem der Biokomponenten

CO2-ärmere Kraftstoffe wie E5 und E10 enthalten Biokomponenten, die aus Getreide oder Zuckerrüben gewonnen werden. Dies stellt eine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion dar. Synthetische Kraftstoffe aus pflanzlichen und tierischen Abfällen, wie z.B. der Diesel-Treibstoff HVO100, umgehen dieses Problem. Dennoch sind die verfügbaren Mengen an pflanzlichen und tierischen Abfällen begrenzt, weshalb HVO100 nur an etwa 40 von Arals 2400 Tankstellen verfügbar ist. Zudem ist HVO100 teurer als herkömmlicher Diesel. Ob Kunden bereit sind, den höheren Preis zu zahlen, bleibt abzuwarten.

E-Fuels und deren Verfügbarkeit

E-Fuels, die aus grünem Wasserstoff hergestellt werden, bieten eine gute CO2-Bilanz, werden jedoch in anderen Sektoren dringender benötigt. Bothe betont die Notwendigkeit, breiter über Klimaschutz nachzudenken. Elektroantriebe sind im Flug- und Schiffsverkehr derzeit keine Option, somit sollten E-Fuels prioritär dort genutzt werden. E-Fuels werden auf absehbare Zeit knapp und teuer bleiben.

Im Interview mit der FAZ beschreibt Bothe die Elektromobilität als die zentrale Lösung für den Klimaschutz im Autoverkehr. Die bereits erwähnten HVO- und Futura-Kraftstoffe sowie möglicherweise Bioerdgas, Wasserstoff und E-Fuels können dieses Konzept ergänzen. Aral hat seine Wasserstoff-Tankstellen jedoch wieder geschlossen, da keine Nachfrage bestand und kaum Automodelle mit Brennstoffzelle angeboten wurden.

Kosten- und Verfügbarkeitsprobleme

Die Einführung CO2-reduzierter Kraftstoffe bringt erhebliche Kosten- und Verfügbarkeitsprobleme mit sich. Jene höheren Produktions- und Transportkosten führen zu höheren Preisen für die Endverbraucher. Dies könnte die Bereitschaft, auf solche Kraftstoffe umzusteigen, beeinträchtigen.

Insgesamt bleibt zu beobachten, wie sich der Markt für klimafreundlichere Treibstoffe entwickeln wird. Kunden haben das Bestreben, ihren Teil zum Klimaschutz beizutragen, doch wirtschaftliche Aspekte spielen dabei eine zentrale Rolle.

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